di Nero e Luce | of Black and Light

A Photography Exhibition by Pasquale Proia

Curated by Beate Linne

Eröffnung | Opening:

Donnerstag / Thursday, 20.08.2026, 19 bis 22:00 Uhr / 7 to 10:00 p.m.

Mit einer Performance um 20:00 Uhr / With a performance at 8 p.m. by

Beate Linne 

mit weitere Öffnungszeiten am / with additional opening hours on

Freitag / Friday, 21.08.2026, 17 bis 20 Uhr / 5 to 8 p.m.

Samstag / Saturday, 22.08.2026, 17 bis 20 Uhr / 5 to 8 p.m.

Sonntag / Sunday, 23.08.2026, 16 bis 19 Uhr / 4 to 7 p.m.

Meine Schatten kommen von weit her. Sie faszinieren mich schon seit langem, auch wenn dies natürlich kein ausschließliches Interesse von mir ist: Viele Fotografen vor mir haben sich bereits mit ihnen beschäftigt. Diese Arbeit ist das direkte Ergebnis dieser tiefen Verbundenheit mit dem Schatten, die meine kreative Suche schon immer geprägt hat.

Die in dieser Berliner Ausstellung präsentierten Arbeiten – elf Bilder aus einem größeren Projekt, das ich nach wie vor als offen betrachte – entspringen einer ganz persönlichen Erkenntnis. Der erste Anstoß kam beim Betrachten dunkler Figuren im Gegenlicht, doch der entscheidende Moment war mein Besuch bei einigen der jüngsten Ausgaben des „Premio Fibrenus“, ein renommierter internationaler Wettbewerb für Kunstdruck, der mittlerweile bereits zum vierzigsten Mal stattfindet und mit dem historischen Papiermacher-Viertel von Fibreno verbunden ist. Bei diesen Besuchen wuchs mein Interesse, was mich dazu veranlasste, mich eingehender mit der Geschichte und den Techniken dieser alten Kunstform auseinanderzusetzen. Im Rahmen dieser Entwicklung markierte das Anschauen einer Dokumentation über Giambattista Piranesi mit ihren krassen Kontrasten und den tiefen, dramatischen Schwarztönen seiner Architekturansichten den konkreten Beginn des Projekts.

Aus dieser Faszination für dichte, eingravierte Schwarztöne entstand eine rein poetische Umsetzung, in deren Mittelpunkt absolute Kontraste und dramatische Passagen stehen. Durch die chemische fotografische Entwicklung auf mattem Papier sind Licht und Dunkelheit keine technischen Daten mehr, sondern werden zu Primärmaterial, das sich formen und schichten lässt – wie Rillen, die in eine Platte eingraviert sind.

Der Schatten lehnt seine Rolle als passive Leere ab und wird zu einem Lebensraum, zu Erinnerung und Geheimnis – auf einer inneren Reise, auf der die Fotografie ihre dokumentarische Funktion ablegt, um zu reinem Zeichen und Assoziation zu werden.

My shadows come from afar. I have been fascinated by them for a long time, although this is obviously not an exclusive interest of mine: Many photographers before me have explored them. This work is the direct result of that deep bond with the shadow that has always inhabited my creative research.

The body of works presented in this Berlin exhibition — eleven images drawn from a larger project that I still consider open — stems from an intimate revelation. The initial spark came while observing dark figures in backlighting, but the decisive moment was my visit to some recent editions of the Premio Fibrenus, a prestigious international fine art printmaking competition that has meanwhile reached its fortieth edition, linked to the historic paper-making district of the Fibreno. During these visits I felt a growing interest that led me to delve deeper into the history and techniques of this ancient art. Within this same journey, watching a documentary on Giambattista Piranesi, with its violent contrasts and the deep, dramatic blacks of its architectural views, marked the concrete beginning of the project.

From that fascination with dense, engraved blacks, came a purely poetic realization centered on absolute contrasts and dramatic passages. Through chemical photographic development on matte paper, light and darkness cease to be technical data and become primary matter to be carved and layered, like grooves incised on a plate. The shadow refuses its role as a passive void and becomes a living space, memory and mystery, in an inner journey where photography sheds its documentary function to become pure sign and evocation.

https://pasqualeproia.com/di-nero-e-luce